SPORTCENTER KLAGENFURT

Sporthall Herbertgarten 

SITE: Klagenfurt, Carinthia, Austria | TYPE: Competition | YEAR: 2021 | STATUS: Completed

Studio NXA: Fabian Partoll, Jan Niklas Schöpf

SPORTHALLE HERBERGARTEN

Idee:

 

Leicht und dezent aber doch mit viel Charakter und Stärke präsentiert sich die neue Turnhalle in Klagenfurt.

 

Die Idee für den Entwurf der neuen Turnhalle “Forum Herbertgarten” folgt dem Credo einer behutsamen Einbindung des doch volumetrisch großen Baukörpers in den Kontext. Der neue Solitär soll zugleich der Funktion eines Eyecatcher gerecht werden und sich selbstbewusst aber jedoch nicht aufdringlich in die Landschaft einbetten.

 

Um eine behutsame Einbettung in die Landschaft zu ermöglichen wird die Hälfte der architektonische Masse in die Landschaft versenkt. Durch diese Absenkung wird vermieden dass das Raumvolumen des Baukörpers den Kontext verbaut und Blickbeziehungen der bestehenden Umgebung zum Sportplatz werden gewahrt. Eine bessere Raumtemperierung und ein entgegenwirken einer Überhitzung im Sommer resultieren aus der Absenkung als positiver Effekt.

 

 

Durch die bewusste Absenkung der Turnhalle und der ebenerdigen Erscheinung der Turnhalle, spielt das Dach des Baukörpers eine wesentliche Rolle in der Gestaltung. Das Dach ist so konzipiert worden als würde es über dem ebenerdigen Baukörper schweben.

Eine bewusste Landschaftsgebung des begehbaren Daches mittels einer Erhöhung führen zu einer dynamischen Form welche sich perfekt in die Umgebung einbindet.

 

Ein großer Impuls zu der Formgebung war die Verbindung zum Sportplatz. Anstatt einen Block oder Rigel in vor den Sportplatz zu stellen wurde bei diesem Design darauf geachtet die Sichverbindung vom Parkplatz beizubehalten. Das Dach “schwebt” über dem Grund auf großzügige Verglasungen die die Sichtverbingung zum Sportplatz schützen und dadurch beibehalten worden ist.

 

Auf einer urbanen Ebene spiegelt das begehbare begrünte schwebende Dach einen neuen urbanen Platz wieder. Der durch Neubau verlorene Grünraum wird durch die gezielte und umgesetzte Überlegung das begrünte Dach begehbar zu machen und wieder an die Nutzer zurückgegeben. Das Dach der Sporthalle kann als neuer urbaner Platz in Klagenfurt verstanden werden. Die Erschließung des Daches erfolgt über eine Doppelseitige Stadttreppe, welche Theatralisch in Verbindung mit dem Sportplatz entworfen wurde. Durch die gezielte, strategische Platzierung der Treppe in Verlängerung der Laufbahn ergeben sich noch weiter Vorteile für den Kontext, wie etwa eine sportliche Nutzung der Treppe für Treppebübungen wie man aus Rocky kennt. Die anschliessenden schrägen Seitenwände der Erschließung werden begrünt um Blicke zu rahmen und zu fokussieren jedoch auch die Erscheinung zu wahren als würde man sich mitten im Grünen befinden.

Ein weiterer Grundgedanke für das begehbare Dach war dort oben am Sonnendeck verschiedene Sportarten praktizieren zu können.

Hierfür könnte das Dach mit Sportgeräten ausgestatten werden und eine Muskeldachgarten kann dort statt finden. Weiter bietet das Musclerooftop auch eine perfekte Ausgangslage für Yoga am Sonnendeck.

Ein weitere positiver Begleiteffekt ist eine noch bessere Aussicht über den der Halle vorgelagerten Bauplatz.

 

Durch die gekrümmte Form des Daches durchläuft der Nutzer verschiedene Raumsequenzen im Gebäude. Die Krümmung, Überhöhung des Daches spielen mit dem auf eine Achsraster basierenden Tragwerk wundervoll zusammen. Durch die gezielte Krümmung und wird der Innenraum der Halle erlebbar, er wird dynamisch spürbar. Die Stützenpositionierung ergibt sich aus dem Trägerraster der Dachkonstruktion und wird so gewählt dass ein und Ausblicke vom Erdgeschoss in die Halle bestens ermöglicht werden.

 

 

 

Materialität:

 

Im Bezug auf die Materialität verfolgt der Entwurf die Idee weniger ist mehr und setzt auf 3 nachhaltige, klare und in Ihrer Erscheinung reduzierte Materialien.

Holz, Beton, Glas das sind die drei Hauptmaterialien die der Turnhalle Ihren Charakter verleihen.

Großzügige Verglasungen in der Erdgeschosszone sind so platziert dass sie ausreichend Licht in die Halle fallen lassen, aber auch Sichtverbindungen zum Sportplatz bewahren. Die Stadttreppe ist hoher frequenzen der Sportler oder Besucher, aber auch der Witterung direkt ausgesetzt und wird deswegen auch aus Stahlbeton ausgefführt. Der Aufbau des Daches wird aus einer Brettschichtholz Kassettenkonstruktion mit darüberliegenden CLT – Platten ausgeführt. Was einseits der Form zugrunde liegt aber andereseits im Inneren zu grandiosen Räumen führt. Durch eine hohe Substratstärke auf dem Dach ist dafür gesorgt dass einer ideale Bepflanzung nichts mehr im Wege steht. Diese Begrünung bewirkt eine natürliche Kühlung im Aussen aber auch im inneren des Gebäudes

Sämtliche Raumfunktionen im Erdgeschoss werden in Holzbauweise ausgeführt. In manchen Bereichen ist auf grund von diversen Anforderung kein vollverglasung möglich, deshalb wurde in diesen Bereich ebenfalls der Baustoff Holz eingesetzt. Diese Bereiche werden mit einer dunkelgrauen vertikalen Holzverschalung versehen und nach einer traditionellen japanischen Technik der Shou-Sugi-Ban Methode behandelt. Bei dieser Technik wird das Holz mit Feuer geflämmt, so erhält es eine seidig schimmernde Oberfläche und ist weniger anfällig gegen Witterung, Insektenbefall und Brandeinwirkung.

Die Tragkonstruktion des Gebäudes besteht im wesentlichen aus einer Idee, im “Untergeschoss befinden sich eine Stahlbetonkonstruktion welche die auftretenden Lasten abtragen, darüberliegende befindet sich ein Stützraster aus Baubuchen und in Wandscheiben aufgelöste tragende CLT-Wände. Das geformte Dach BSH-kassettendach “rastet” auf den Stützen aus Baubuche und den CLT-Wandscheiben.

Sämtliche gewählte Materialien und Konstruktionen können von Herstellern aus dem Bezirk oder der nahen Umgebung bezogen werden, so wird hier mittels Lokalität und kurzen Wege ebenfalls mit Nachhaltigkeit gepunktet.

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